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Medieval 2 : Total War

Sie dachten nach Medieval: Total War wären im Mittelalter schon genug Schlachten ausgefochten worden? Mitnichten, liebe Leser, mit Creative Assemblys Medieval 2: Total War geht der Strategen-Spaß nämlich erst richtig los! Unzählige Reiche wollen schließlich noch von Ihnen unterjocht werden. Irgendjemand muss die Drecksarbeit ja machen Europa, Mittelamerika und den Nahen Osten zu einen.

Auf in die Schlacht !


Wirklich attraktiv war das Mittelalter ja nicht gerade. Adelige Prinzessinnen langweilten sich in ihrem Turmzimmer, in das sie ihre Gatten eingesperrt hatten, während einige Etagen tiefer bettelarme Bauern sich für die Obrigkeit die Finger wund schufteten. Eigentlich merkwürdig, dass trotzdem viele Leute gerne mal einen Abstecher in diese Zeit machen würden. Vielleicht liegt es ja an den waffenstarrenden Burgen? Den starken Herrschern? Oder gar an den gewaltigen Schlachtzügen? Wobei letztere wohl auch nicht gerade unter die Kategorie „angenehmes Reiseziel“ fallen dürften, aber dafür gibt’s ja zum Glück Spiele wie Medieval 2: Total War, in denen man das Geschehen aus sicherer Distanz beobachten und lenken darf.


Dabei soll Medieval 2 sowohl eine Neuauflage des ersten Teils als auch eine logische Fortsetzung von Rome werden. Letzteres lässt sich schon an der Grafik feststellen, die zwar auf der Rome-Engine basiert, aber noch einmal einen deutlichen Sprung nach vorne ins neue Grafikzeitalter macht. Shader halten Einzug in die mittelalterlichen Gefilde und die Texturen sind jetzt so scharf wie ein Excalibur-Schwert. Die Animationen sollen mit tollen Motion-Capturing-Sequenzen aufwarten, die die Kämpfe mit Combos und speziellen Bewegungen noch realistischer und mitreißender erscheinen lassen sollen. Auch die identischen Gesichter und Rüstungen der Soldaten, wegen denen man Rome auch den Untertitel „Total Clone War“ hätte verpassen können, sind endlich passé und jeder Streiter schreitet mit seinem eigenen Gesicht und Rüstzeug ins Gefecht. Dafür, dass Sie das überhaupt bemerken, sorgt die traditionell sehr hohe Zoomstufe, die Sie mittendrin statt nur dabei sein lässt. Wer ganz genau hinsieht, kann sogar die Angst in den Augen seiner Feinde sehen, während Sie Ihre neuste Hinterhalt-Taktik in die Tat umsetzen.


Gutes Stichwort : Wenn es ein Spiel gibt, in dem Taktik wichtig ist, dann ist es wohl Medieval 2 : Total War. Dafür sorgt zum einen das ausgeklügelte Einheitensystem, in dem jede Einheit einen Gegenpart hat. Ihre Ritter sollten Sie demnach tunlichst um die feindlichen Speerträger rumlenken – es sei denn Ihnen ist gerade nach Pferdeschaschlik. Speerträger wiederum sollten sich vor starker Infanterie hüten, die jedoch von Kavallerie ordentlich eins auf die Mütze bekommt. Sie sehen schon, diese Liste könnte man ewig so weiterführen, aber das Stein-Papier-Schere-Prinzip ist ja an sich auch nichts sonderlich aufregendes, schließlich besitzt das heutzutage quasi jedes Strategiespiel, das was auf sich hält. Erst wenn man noch Faktoren wie körperliche Verfassung, Formationen, Moral und die schiere Masse an Truppen in den Taktik-Kochtopf wirft, kommt das wohlschmeckende Total War-Strategen-Festessen heraus.


Zu Beginn jeder Schlacht sollten Sie Ihrer wackeren Streiter optimal postieren, denn Flankenangriffe oder das berüchtigte In-den-Rücken-Fallen kommen nicht gerade gut bei den Soldaten an. Färbt sich dann eines der Banner weiß, haben Sie was falsch gemacht und ein Armeeteil nimmt seine Beine schneller in die Hände als Sie „Befehlsverweigerung“ sagen können. Natürlich spielt hier wieder das Stein-Papier-Schere-Prinzip rein, sodass Sie zum Beispiel ihre Flanken immer gut mit Kavallerie absichern sollten oder zumindest vor feindlichen Reiterattacken schützen sollten.


Voll verfahren


Im Jahre 1492 machte sich ein Italiener unter spanischer Flagge auf, um nach Indien zu segeln; leider bog er einmal zu wenig ab und schon war es passiert: Amerika war entdeckt! Für Creative Assembly eine prima Gelegenheit einige der Schlachten in die Neue Welt zu verlegen. Natürlich werden Sie nicht um ganz Amerika kämpfen, das ja sonst deutlich größer als der alte Kontinent wäre, sondern „nur“ um Mittelamerika. Dass da schon die Azteken wohnen macht die Sache nur noch brisanter. Zwar sind die Ureinwohner den bleichen Eindringlingen technologisch hoffnungslos unterlegen, machen das allerdings durch ihren Kampfeswillen und ihre zahlenmäßige Überlegenheit mehr als wett. Aber freuen Sie sich nicht zu früh: Als Europäer nach Amerika zu kommen ist eine äußerst kostspielige Angelegenheit, die ganzen Schiffe wollen ja auch irgendwie finanziert werden. Doch wer am Ende die Oberhand behält, darf sich über fette Boni in Form von Geldzuschüssen freuen.


Doch wie in Europa ziehen Sie auch in Übersee nicht einfach von Gefecht zu Gefecht, sondern planen im Strategiemodus geruhsam Ihre Feldzüge auf einer riesigen Karte. Geruhsam deswegen, weil nach wie vor Runde für Runde gezogen wird. Und so werden Truppen verschoben, Nachschub in Städten ausgebildet und diplomatische Beziehungen gepflegt. Übrigens wird es auf der, immer noch in hübschem 3D gehaltenen Strategiekarte in Medieval 2 wesentlich enger zugehen als in Rome, da Sie neben Diplomaten und Attentätern nun auch noch Prinzessinen, Händler und Priester auf Weltreise schicken können.


Wer hofft in Medieval 2 endlich auch die Gefechte zur See selber austragen zu dürfen, wird wohl enttäuscht sein. Für die Entwickler wäre es eine zu große Aufgabe, den Seeschlachten den taktischen Anspruch, den die Kämpfe auf dem Festland innehaben, zu verpassen. Also lieber keine Enttäuschungen riskieren und den marinen Kampf gleich rauslassen. Wie in Rome wird man demnach keinen direkten Einfluss auf die Gefechte nehmen können, auch wenn die Briten versprechen, das Kampfsystem nochmals zu verbessern.


Mächtiger alter Mann

Unser „Papa Razzi“ hat in Militärangelegenheiten eigentlich nichts zu sagen und predigt lieber von Liebeleien wie Frieden auf der Welt. Pustekuchen! Ein echter Papst im Mittelalter zettelte eben mal einen zünftigen Kreuzzug an und schon zog halb Europa in den Nahen Osten, um im Blut zu waten. In Medieval 2 wird der Papst daher eine sehr wichtige Rolle spielen und vielerorts seine Finger im Spiel haben. Dazu ersetzt er die Rolle des Senates aus Rome und gibt Ihnen eben zum Beispiel Aufgaben wie „Erobern Sie Jerusalem zurück!“. Nun hat der Spieler wieder die Wahl, ob er den Befehlen folgt oder einen auf Atheist macht. Falls Sie letzteres bevorzugen, müssen Sie jedoch mit weit reichenden Konsequenzen rechnen. Zum Beispiel, dass der Papst Ihnen quasi nicht schaff bare Missionen auferlegt. Wenn Sie's ihm selbst dann noch zu bunt treiben, exkommuniziert er Sie einfach. Im Umkehrschluss heißt das: Jede katholische Nation darf Ihnen aus Spaß an der Freude den Krieg erklären und der Papst guckt tatenlos zu. Gemein! Zur Not vergibt aber auch der „Rat der Adeligen“ Aufträge, totale Arbeitslosigkeit steht also nicht zu befürchten. Falls Sie jedoch noch zu den folgsamen Schäfchen gehören, sollten Sie beim Kriegführen lieber vorsichtig sein. Eine falsche Kriegserklärung an einen Freund des Papstes und schon drohen schwarze Wolken aus Rom heraufzuziehen. Am einfachsten ist es aber immer noch zu tun, was der Papst befiehlt, denn so haben Sie immer einen roten Faden, dem Sie folgen können. Und lohnen tut sich Gehorsam im wahrsten Sinne des Wortes: der Heilige Vater lässt nach erfüllten Missionen gerne mal ein bisschen Geld springen.


Stadtluft macht frei!


Nicht nur die Grafik und Kämpfe, sondern auch die Reichsverwaltung bohren die britischen Entwickler von Creative Assembly kräftig auf. Eine Siedlung ist nämlich in Medieval 2 nicht mehr nur einfach eine Siedlung, sondern Sie bestimmen die Ausrichtung der Ortschaft. Im Klartext: Soll Siedlung XY eine Stadt oder eine Burg werden? Städte produzieren Gold in rauen Mengen, aber sollte mal der Feind vor den Toren stehen, sieht es schnell zappenduster aus. Und schnell Truppen produzieren ist auch nicht drin. Ganz anders bei Burgen: Das sind Truppenausspuckende Trutzfestungen, die jedem Angreifer erstmal richtig Kopfzerbrechen bereiten, erst recht wenn die Festung günstig auf einem Hügel (neu in Medieval 2!) liegt und die Angreifer völlig schutzlos dem Feuer der Verteidiger ausgesetzt sind. Aber eine zünftige Belagerung hätte diesen Namen natürlich nicht verdient, wenn nicht ein paar Belagerungswaffen mit von der Partie wären. Zwar müssen Sie zu Beginn noch mit relativ mickrigen Trebuchets vorlieb nehmen, später dürfen Sie jedoch die Wälle der Feinde mit mächtigen Kanonen zu Klump schießen. Wenn denn die entsprechende Technologie entdeckt wurde.

Daher sollten Sie Ihre Burgen immer ausreichend sichern, aber das ist gar nicht so einfach, denn das Gold sprudelt da nicht gerade. Die Mischung macht es also: Städte versorgen Burgen mit Gold für den Nachschub, im Gegenzug schützen diese die fast wehrlosen Siedlungen vor den Gegnerhorden. Falls Ihnen just im Moment eine Stadt fehlt, können Sie auch eine Burg dazu umbauen lassen. Aber wehe, wenn Sie danach einen Blick in Ihren Geldbeutel werfen! Kräftig aufgemotzt werden können die Städte durch Gebäude wie Kathedralen oder Zunfthäuser, dicke Vorteile inklusive. Vorausschauendes Spielen zahlt sich wirklich aus.

 

Signifikante Unterschiede

Wenn sich alle Nationen wie Einheitsbrei spielen würden, wäre das ja irgendwie langweilig, also wird auch in Medieval 2 jede Nation ihre Eigenheiten haben. Die Briten schreiten zum Beispiel mit ihren gefürchteten Langbogenschützen in die Schlacht, gegen die Gotischen Ritter des Heiligen Römischen Reichs kommen sie im direkten Vergleich jedoch nicht an. Aber nicht nur im eigentlichen Kampf, sondern auch auf der Strategiekarte machen sich deutliche Unterschiede bemerkbar. Die Engländer haben so mit einer eher kargen Ernte zu kämpfen, während die Venezianer Bill Gates Konkurrenz machen könnten, jedoch sofort den Schwanz einziehen, wenn ein feindliches Heer in Sichtweite kommt. Die Motivation dürfte aber auf jeden Fall beträchtlich sein, erst recht wegen der verschiedenen Startpositionen der Völker.


Für den Multiplayer-Modus forderten viele Fans eigentlich die Möglichkeit die Kampagne auch gegen Freunde bestreiten zu können, wie es ja derzeit Empire At War macht. Ursprünglich angedacht wurde der Plan das umzusetzen mittlerweile von Creative Assembly aus gutem Grund verworfen. Eine ganze Partie würde trotz Speicherfunktion einfach viel zu lange dauern und nur selten tatsächlich ein Ende finden. Als Trost wird es jedoch Missionen geben, die sich um eine Schlacht drehen und die Sie der Reihe nach bewältigen müssen. Denn erst wenn Sie den Feind auf offenem Feld schlagen und über einen Bergpass in seine Festung zurücktreiben, dürfen Sie diese genüsslich knacken. Da wird uns auch klar, warum das Mittelalter vielleicht doch so anziehend sein könnte!

29.11.14 16:31

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